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Adjara - ein Geheimtipp

 

Nicht viele Menschen hierzulande können mit Adjara, oder auch Adscharien, etwas anfangen. Madeira, Kroatien (mit Istrien, Dalmatien, der Insel Krk und den Plitvicer Seen) oder auch Uruguay sind da wesentlich bekannter. Aber wer die türkische Küste am Schwarzen Meer richtung Norden fährt, der kommt nach Adjara, einer Autonomen Republik innerhalb Georgiens. 

Insofern ist Adjara durchaus gut erreichbar und in den letzten Jahren entstehen mehr und mehr Hotels an der Schwarzmeerküste Adjaras. Noch ist es aber, zumindest in Europa, ein Geheimtipp und bietet palmengesäumte Alleen, eine interessante Bergwelt im Hinterland und viele kulinarische und kulturelle Überraschungen. Bereits zu Sowjetzeiten war Adjara touristisch erschlossen, und wird heute den westlichen Bedürfnissen angepasst.

Adjara ist etwas größer als Luxemburg und hat ca. 400.000 Einwohner. Während Georgien mehrheitlich christlich-orthodox geprägt ist, sind die Adscharen größtenteils Anhänger des Islam. Es gibt Minderheit von Russen, Armeniern, Abchasier und Pontos-Griechen, die allesamt eigene Traditionen und Bräuche pflegen. Landessprache in Adjara ist Georgisch. Die kleine autonome Republik hat eigene Medien wie Radio Adjara und TV Adjara.

Hafen von Batumi
Hafen von Batumi
 
Größte Stadt und zugleich Hauptstadt ist Batumi, die Hafenstadt am Schwarzen Meer. Die Stadt hat auch für Georgien insgesamt eine wichtige Funktion, denn hier hat u.a. der georgische Verfassungsgerichtshof seinen Sitz. Daneben auch wichtige Hochschulen wie die Universität, die Marinefakultät und das landwirtschaftliche Institut. Die Stadt und ihr Hafen sind auch wichtig für die Verschiffung von Erdöl aus der Region um das Kaspische Meer und Turkmenistan. Es gibt Fährverbindungen nach Illitschiwsk (bei Odessa), Sotschi und Poti. Außerdem ist Batumi ein Zentrum des Schiffbaus und der Landwirtschaft, wie Zitrusfrüchte, Tabak, Reis und Tee.
 
Batumi
Straßen von Batumi

Überall hier findet man Palmen, Zypressen, Zitronen- und Orangenbäume, die das milde, subtropische Klima der Stadt und Region bezeugen. Der Primorski Boulevard ist ein ca. 800 m langer, palmengesäumter Strand (wird weiter ausgebaut), der zum Verweilen einlädt. Hier trifft man viele Einheimische und Touristen, die im Sommer die Urlaubsatmosphäre genießen. In Batumi findet man auch das reichhaltige Staatsmuseum Adjaras, mit Schätzen und Kostbarkeiten aus der griechischen Antike. Vasen, die berühmte kolchische Bronzekrone und Schmuck können dort bestaunt werden.

Botanischer Garten Batumi
Blick vom Botanischen Garten auf das Schwarze Meer

Auch für Pflanzenfreunde hat Batumi mit dem Botanischen Garten ein Highlight. Über 3.000 Baumarten auf ca. 114 Hektar Fläche lassen am Grünen Kap, im Norden der Stadt, den Besucher staunen. Im Süden Batumis liegt ein Aquarium, in dessen Delfinarium man Große Schwarzmeertümmler findet. Diese sind eine lokale Unterart des Großen Tümmlers und sehr selten geworden. Wenn man in Batumi ist, sollte man auch einen Ausflug in das 10 km entfernte Gonio machen, eine spätrömische Festung mit gut erhaltenen Mauern und Anlagen. Archäologische Überbleibsel findet man natürlich auch auf Kreta, mehr dazu unter Reisen Kreta.

Aber Adjara hat nicht nur Batumi und Umland als sehenswertes Ziel zu bieten. Von Batumi aus deutet sich an, dass Adjara ein Bergland ist, denn selbst die Stadt ist umschlossen von Hügelketten, die den Kleinen Kaukasus ankündigen. Dort findet man tiefe Wälder mit seltener Fauna und Flora. Im Winter ist diese Region schneereich und kann für den Wintersport genutzt werden. Das nicht weit entfernte Sotschi in Russland ist daher auch die Stadt für die Winterolympiade 2014.

Adjara, ist sicherlich eine Reise wert und solange es noch als Geheimtipp gilt, noch erschwinglich und ursprünglich.